Jankowski & Yerlikaya

Anders liberal

Positionen

Bildung durch Fachkräfte

Travel Teacher gegen Lehrermangel

 

Wie kann so ein konzentriertes Handeln zur Behebung des Fachkräftemangels aussehen? Zum Beispiel darin, dass Fachkräfte gewonnen werden. In der Pflege wurde mit der Übernahme des Modells der Travel Nurses aus den USA ein Ansatz gefunden, den Pflegenotstand nicht komplett zu beheben, aber doch wenigstens teilweise aufzufangen. Die Übertragung in den Schulbereich wäre hier eine Möglichkeit, mit einem neuen Ansatz zumindest vorübergehend etwas Entlastung in die angespannte Bildungssituation zu bringen, wenn man denn tatsächlich wollte.

Dazu müsste zunächst einmal die tradierte Vorstellung von der Lehrkraft als verbeamteter Person mit dem höchsten Privilegienanrecht in der bundesrepublikanischen Gesellschaft in Frage gestellt werden, denn hochqualifizierte Fachkräfte, die sich als Feuerwehrkräfte mitten in das lichterloh brennende Feuer der bundesdeutschen Bildungsmisere begeben, erwarten dafür monetäre Anerkennung. Die Wartezeit auf die Scharen gut ausgebildeter und der Verbeamtung harrender Neulehrkräfte muss also mit gut ausgebildeten und entsprechend gut bezahlten Lehrkräften überbrückt werden, statt sie mit den derzeit zwar teilweise hochqualifizierten, aber schlecht bezahlten und entsprechend motivierten Vertretungslehrkräften zu füllen. 

Das Konzept sähe also so aus, dass gezielt hochqualifizierte Personen, die nicht die Verbeamtung, sondern flexible Projektarbeit, wechselnde Erfahrungen und Lebensmodelle, in denen die Kombination von Wissenschaft, Wirtschaft, Familie oder anderen Projekte mit freiem Gestaltungsspielraum möglich sind, bevorzugen, angeworben würden.

Zurück zur Eigenverantwortung

Vermögensaufbau kann weh tun

 

Aus dem Scheitern von Legislative und Exekutive ergibt sich konsequenterweise eine notwendige Verlagerung des Schwerpunkts der Verantwortung für funktionierende soziale Sicherungssysteme weg von staatlichen Institutionen hin zum Individuum. 
Legislative und Exekutive sind damit nicht aus ihrer Verantwortung zu entlassen; da sich jedoch die Bürgerinnen und Bürger auf der Basis ihrer Verantwortung für sich selbst und für das Wohl der Gemeinschaft nun in die Umstrukturierung der sozialen Sicherungssysteme einbringen müssen, ergeben sich logisch im Gegenzug notwendig eine Verringerung des staatlichen Zugriffs auf die individuelle Daseinsfürsorge und eine deutliche Verstärkung der eigentlichen Aufgabe des „Staates“ in einer liberalen Gesellschaft: Schaffung und Erhaltung der Rahmenbedingungen für das eigenverantwortliche und freie Leben der Bürgerinnen und Bürger.

Die FDP muss nun mit einem Konzept für eine nachhaltige, generationen – und sozialgerechte Altersvorsorge an die Öffentlichkeit treten, das den Menschen auf der Grundlage eines Verständnisses der gesamten Gesellschaft als Solidargemeinschaft Sicherheit zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards im Ruhestand bietet. Sie muss sich sofort öffentlich einsetzen für einen von allen Mitgliedern der Gesellschaft und der von ihr eingesetzten Legislative und Exekutive solidarisch flankierten eigenverantwortlichen Vermögensaufbau --- statt staatlich gelenkter Umverteilung. 

Glaubwürdigkeit statt fragwürdiger Projekte

Das Freibad - ein interkultureller Brennpunkt?

 

In den letzten Jahren ist Migration zu einem beliebten Thema in der politischen Diskussion geworden. Parteien nutzen es, um Wähler zu gewinnen – manchmal auch, um Ängste und Sorgen in der Bevölkerung zu schüren. Nach Wahlen steigt der Druck, die Erwartungen der Wähler zu erfüllen. Oftmals werden die Verantwortlichen mit großen Versprechungen gewählt, doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. Das Ergebnis sind manchmal fragwürdige Projekte, die bei Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis stoßen.

 

Ein besonders kontroverses Beispiel ist eine Kampagne aus Büren in Nordrhein-Westfalen. Diese zeigt eine rothaarige Frau, die einem Kind mit Migrationshintergrund in den Hintern greift. Die Darstellung wirkt schlichtweg unsachlich und lässt den Betrachter leicht für dumm erscheinen. Wer in letzter Zeit Freibäder besucht, kennt die Realität: Die dargestellte Szene entspricht nicht der tatsächlichen Situation in den meisten Schwimmbädern. 

Die Absicht, gegen Klischees zu kämpfen und Vorurteile abzubauen, ist grundsätzlich begrüßenswert. Doch sollte dies ohne Täuschung geschehen. Statt plakativ auf Stereotype zu setzen, wäre es sinnvoller, offen über die Herausforderungen und Chancen der Zuwanderung zu sprechen. Eine Kampagne, die Verhaltensregeln in öffentlichen Räumen vermittelt, könnte viel wirksamer sein – vor allem, wenn sie gemeinsam mit den betroffenen Gruppen entwickelt wird.

Integration braucht eine Wertebasis

Herausforderungen und Chancen bei der Integration und Gleichberechtigung an deutschen Schulen

 

In Deutschland stehen unsere Bildungseinrichtungen zunehmend vor komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen. Ein aktuelles Beispiel ist der Wunsch einiger muslimischer Schülerinnen und Schüler, Feierlichkeiten an Schulen aus religiösen Gründen nach Geschlechtern zu trennen. Während viele Lehrkräfte und Eltern darüber fassungslos sind, wirft dieses Anliegen wichtige Fragen zur gesellschaftlichen Integration, Gleichberechtigung und kulturellen Vielfalt auf.

 

Diese Entwicklungen sind ein Spiegelbild der aktuellen gesellschaftlichen Debatte: Es geht nicht nur um Integration, sondern auch um die Gefahr der Desintegration, die leider von der Politik verdrängt wird. Wenn sich Parallelgesellschaften bilden, besteht die Gefahr, dass gesellschaftliche Werte und Grundrechte in den Hintergrund treten. Das stellt sowohl unsere demokratische Ordnung als auch Schulen, die diese vermitteln sollen, vor große Herausforderungen. 

Auch der Durchschnitt kann liberal

Die FDP muss alltagstauglich werden

 

Warum tut sich diese Partei so schwer, die Wählerinnen und Wähler zu überzeugen? Nicole Büttner, die neue Generalsekretärin, hat darauf die Antwort, dass „viele Menschen … offenbar nicht erkennen [konnten], was unsere Programmatik mit ihrem Alltag zu tun hat.“ Wohl wahr – umso schwieriger ist es, wenn mit den „vielen Menschen“ ohnehin nur das Besitzbürgertum und die, die sich so fühlen wollen, gemeint sind und als die auserwählte Schar zum Verständnis liberalen Gedankenguts Fähiger gelten. Da muss eine Partei schon sehr passgenaue Botschaften senden, um die notwendigen Stimmen zum Einzug in diverse Parlamente abzufischen. Oder umdenken, sich auf den eigentlichen liberalen Gedanken besinnen und nicht die Mehrheit der Bevölkerung quasi per Selbstdefinition schon vom liberalen Freiheitsgedanken ausschließen. Denn eine liberale Grundhaltung ist eigentlich etwas für alle, die sich nicht vom Staat umsorgen lassen und ihr Leben selbstbestimmt und selbstverantwortlich führen wollen – auch als Durchschnittsverdiener.  

 

Wie kann die Freie Demokratische Partei bei der politischen Willensbildung des Teiles des Volkes, der weder reich ist noch so tun will, mitwirken? Nicole Büttner hat bereits richtig erkannt, dass das Programm der Partei irgendwie irgendetwas mit dem Alltag der Menschen zu tun haben muss. Am besten mit dem aktuellen Alltag und nicht mit dem in 30 Jahren. 

Neustart mit Hindernissen

FDP nach dem Wahldebakel

 

Nach dem Wahldebakel der FDP hat sich – so möchte man meinen – vieles verändert. Die neue Parteiführung spricht von einem Neustart, von Neuausrichtung und von inhaltlicher Erneuerung. Aus verschiedenen Teilen der Partei wird die Forderung laut, sich endlich allen sozialen Gruppen zu öffnen. Eine Selbstverständlichkeit, sollte man denken. Denn die Idee der Freiheit, die im Zentrum des politischen Selbstverständnisses der FDP steht, betrifft schließlich jeden.

Freiheit ist ein Querschnittsthema: Sie betrifft Arbeitnehmer ebenso wie alleinerziehende Mütter, Zugewanderte genauso wie Rentnerinnen und Rentner. Wer möchte nicht möglichst viel selbst über das eigene Leben bestimmen? Doch der Weg zu einer echten Öffnung gegenüber allen sozialen Gruppen ist lang – und vor allem nicht mit Ankündigungen allein zu bewältigen.

Ein Blick zurück: Laut einer Forsa-Umfrage kurz vor der Bundestagswahl 2017 konnten viele Wählerinnen und Wähler nicht einmal die Spitzenkandidaten der FDP benennen. Und auch heute, aus meiner Sicht als Lehrerin im Politikunterricht, zeigt sich das Problem deutlich: Während Schüler allen anderen Parteien bestimmte Themen oder Positionen zuordnen können, herrscht bei der FDP häufig inhaltliche Leere. 

 

Mut zu Kontur

Zurück zu den Wurzeln

 

Die Umsetzung der liberalen Idee geht nur mit Liberalen, also mit Menschen, die nicht bei allen Gelegenheiten nach dem regulierenden und richtenden Staat rufen, sondern sich selbst als Staat verstehen und entsprechend handeln. Wenn es in der Bundesrepublik Deutschland wieder eine starke liberale Kraft geben soll, sollte die liberale Partei endlich damit beginnen, vehement auf die Übernahme der Verantwortung jedes Einzelnen für sich und die gesamte Gesellschaft zu pochen. Freiheit ohne Verantwortung ist keine Freiheit, sondern Beliebigkeit. In der augenblicklichen Phase der Neuausrichtung muss sich eine liberale Partei ihrer eigenen Grundlagen bewusst werden und auf ihnen bestehen, um sich als echte Alternative zu den anderen Parteien zu präsentieren. Kontur muss her, zum Beispiel durch klare Forderungen des Einbringens der Einzelnen in und für die Gesellschaft.    

So könnte die Forderung, eine Wahlpflicht einzuführen, die Kontur der bundesdeutschen Liberalen deutlich herausstellen; hier würden sie unmissverständlich verdeutlichen, dass Freiheit ohne gleichzeitige Übernahme von Verantwortung nicht möglich ist. Mitentscheiden muss als Mindestforderung an die Mitglieder einer Gesellschaft zu stellen sein, die sich als Gemeinschaft freier und damit entscheidungsfähiger Individuen versteht. Keine Stellung zu beziehen, ist keine Freiheit, sondern Verantwortungslosigkeit unmündiger Bürger. 

 

Integration braucht Integrationswunsch

Freiheit will gelernt sein!

 

Freiheit muss gelernt werden. Sie ist nicht selbstverständlich, sondern eine Fähigkeit, die sich entwickeln muss, vor allem in einer Gesellschaft, die auf die Verantwortung des Einzelnen setzt. Integration ist ein langer Prozess, der nicht nur die Anpassung an äußere Gegebenheiten bedeutet, sondern auch die innere Auseinandersetzung mit den Werten und Möglichkeiten, die das neue Land bietet.

Deshalb sollte es die Aufgabe Deutschlands sein, jedem Neuzugewanderten nicht nur die Rechte des Individuums zu vermitteln, sondern auch die Pflichten, die mit Freiheit verbunden sind, sowie die Bedeutung der Verteidigung dieser Freiheit, damit sie uns langfristig erhalten bleibt. Nur durch dieses Verständnis – dass Freiheit nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Verantwortung ist – kann eine solide Grundlage für ein echtes, respektvolles Zusammenleben geschaffen werden.

 

Bildung neu denken

Die weltbeste Bildung braucht eine Definition

 

Setzen die Anforderungen der FDP an die weltbeste Bildung tatsächlich am richtigen Hebel an? Natürlich sind Chancengerechtigkeit und Digitalisierung – wenn sie hinausgeht über die die reine Fähigkeit zur Bedienung digitaler Endgeräte - unabdingbar und auf keinen Fall zu vernachlässigen. Aber möglicherweise entstehen dadurch nicht die eigenverantwortlichen, freien und leistungsbereiten Menschen, die in der liberalen Theorie den Staat ausmachen. Tatsächlich ist Chancengleichheit im Bildungssystem nur dann dem Wohle sowohl aller als auch des Einzelnen zuträglich, wenn dieses System die Chancen wert ist. 
Eine liberale Partei muss den Fokus ändern: Statt innerhalb eines Systems, das auf die Erlangung von Berechtigungen statt auf den Erwerb von Fähigkeiten ausgerichtet ist, nach Stellschrauben zu suchen, muss sie das gesamte Bildungssystem in Frage stellen und neu ausrichten. Damit muss sie das hilflose Herumkreisen der Damen und Herren Bildungsminister um die deutsche Bildungsmisere beenden, das hartnäckig festhält am Idealbild eines jungen Individuums, das aufgeklärt, reflektiert und leistungsorientiert seinen Lernprozess selbständig steuert und ausgestattet mit hohem Maß an Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit der selbstverantwortlichen Erfassung der Welt und ihrer Bedingungen die schulischen Inhalte zu verarbeiten in der Lage ist. 

 

 

Das Volk muss gehört werden

Hinter den Stimmen - Wer sind die AfD-Wähler?

 

Der Erfolg der AfD bereitet uns immer wieder Sorge, sei es das Ergebnis einer Umfrage oder das Ergebnis einer Bundes- oder Landtagswahl. Zuletzt bewies sich  die AfD bei der Bundstagswahl 2025 mit einem Wahlergebnis von 20,8% als zweitgrößte Kraft im Land. Am Ende sind es ja die Wähler, die für diese Ergebnisse verantwortlich sind. Was sind das für Wähler? Die Analysen geben uns zwar viele Indizien, doch da eine politische Wahl nach dem Reglement im Grundgesetz geheim gehalten werden, kann es doch jeder sein?!

Es gibt Wähler, die sich outen und zu ihrer Stimme für die Afd und zu einer rechtsextremen Überzeugung stehen. Da sind aber noch viele andere Wähler, die nicht unbedingt als rechts abgestempelt werden möchten, also hält man sich bedeckt und zeigt ein Zeichen im Wahllokal, hinter einer Stellewand, die vor Blicken anderer schützt. 

 

Die FDP braucht 
Glaubwürdigkeit

Zeit für eine Neuausrichtung

 

Die vorgezogene Bundestagswahl, in der die FDP gegen ihr erworbenes Image als quertreibende Partei, die die Regierungskoalition, in der sie selbst Mitglied war, bewusst in den Bruch getrieben hat, angehen muss, wird zu einem desaströsen Ergebnis führen. Das entstandene Glaubwürdigkeitsproblem wird nach nicht dadurch behoben werden, dass - wie es bisher nicht nur in den kommunalen Gliederungen der Partei geschah – gebetsmühlenartig die anderen Parteien als schlecht und die FDP-feindlichen Medien als ohnehin mehr oder weniger allein schuldig an der derzeitigen Misere dargestellt werden. Zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit müssen an die Stelle der Schuldzuschreibungen nun dringend deutliche Signale an alle Bundesbürger gehen, dass die FDP die Probleme in den eigenen Reihen erkannt hat und das Herumkreisen um sich selbst durch das Setzen deutlich verschärfter Akzente auch in bisher vernachlässigten Bereichen endgültig beendet.

 

Aus diesem Grunde müssen dringend Personen in den Vordergrund gestellt werden, die Empathie und Authentizität miteinander vereinen. Eine Wahrnehmung von politischen Führungspersönlichkeiten, die als manipulativ, taktisch, egozentrisch oder distanziert wirken, wirkt sich negativ auf Wahlerfolge aus. Es ist dringend notwendig, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger durch -insbesondere persönlich- glaubwürdige und nahbare Personen wiederzugewinnen. 

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